Schule unter Segeln |
Das pädagogische Konzept Ein erstes Papier ![]() Unsere "Schule unter Segeln" richtet sich grundsätzlich an alle Menschen, die etwas Neues lernen wollen oder das zu Erlernende anders lernen, es erleben wollen, und ergänzt so die klassichen Schulen als eine alternative Schule. Unsere Schiffe sind nicht nur ein Lehr- und Lernort, sondern auch ein Ort, an dem gelebt und gearbeitet wird und an dem man seine Freizeit verbringt. Alles an einem Ort, auf dem Schiff, aber dieses steuert immer wieder neue Häfen an, bereist nahe und ferne Länder. An Bord können Erwachsene an einem reichhaltigen Seminarangebot teilnehmen. Ob das Seminar "Marx für Manager" heißt oder es sich um eine Städtetour handelt, die Gäste an Bord checken immer ganz konkret für eine besondere Veranstaltung ein. Auch Jugendliche sind an Bord willkommen. Sie können als Schüler beispielsweise eine klassische Schul- bzw. Klassenfahrt auf dem Wasser fernab der üblichen Asphalt- und Städtereisen unternehmen. Sie können aber auch als "Sommerschuler" in ihren Ferien für die ordentliche Schule lernen. Wir geben auch Nachhilfe in allen Fächern bis zur 10. Klasse für sämtliche Schulformen. Unsere "Schule unter Segeln" richtet sich aber auch an Jugendliche und junge Erwachsene, die keiner Beschäftigung nachgehen und/oder Schule, Ausbildung etc. abgebrochen haben und/oder arbeitslos sind und/oder aus (negativen) Cliquen aussteigen wollen und/oder sozial isoliert sind und/oder verschuldet bzw. überschuldet sind und/oder Bewährungsauflagen zu erfüllen haben und/oder Drogen missbrauchen und/oder Opfer von Gewalt und/oder Straßenkinder aus Berlin sind, um nur ein paar Beispiele zu geben. Das Alter dieser Jugendlichen liegt dabei im großen und ganzen zwischen dem 14. und 18 bzw. 21. Lebensjahr. Für diese Teilnehmer arbeiten wir ganz pragmatisch. Theorie ist nicht unwichtig, die Praxis aber ist entscheidend. Therapeutische Ansätze sind zwar im Hinterkopf, finden in der Arbeit aber nicht vordergründig Anwendung. Was zählt ist die Situation. Unserem pädagogischen Konzept ist der Situationsansatz. In den Situationen, die sich an Bord eines Schiffes ergeben, finden viele Teilnehmer wieder Halt, Orientierung und Identifizierung. Die "im Alltag gescheiterten Existenzen" finden wieder Boden unter den Füßen und sich in ihrer übersichtlichen Schiffswelt zurecht und "zurück ins Leben". An Bord bildet sich schnell eine ganz eigene Sprache und eine Gemeinschaft heraus. Viele Jugendliche erleben nach langer Zeit mal wieder "das Gefühl" einer Gemeinschaft, die solidarisch ist. Wind und Wetter, das Schiff selbst fordern dies zwangsläufig heraus, so daß sich jeder Teilnehmer auf den anderen verlassen muß und kann. Über diese positiven Erfahren wächst auch wieder das Vertrauen. Alle Teilnehmer einer Fahrt sind zugleich Mannschaft der Fahrt. Als solche werden sie ernst genommen, nicht bagatellisiert. Die seemännische und pädagogische Crew versucht ein verläßliches und positiv-stabiles Beziehungsangebot aufzubauen. Dabei ist unser Schiff auch immer ein Schutz- und Schonraum, obwohl es kaum einen Rückzugsraum gibt. Der Einzelne ist fast immer in Gemeinschaft. So muß er auf begrenztem Raum das Verhältnis von Nähe und Distanz neu austarrieren. Alle Teilnehmer nehmen auch an Entscheidungsprozessen im Rahmen des Möglichen teil. Dies betrifft die pädagogischen Inhalte und Formen, wie auch seemännische Frage. Für uns gilt der Dialog als Prinzip (nach Paulo Freire). Jeder an Bord nimmt verschiedene Aufgaben wahr. In der Kombüse beteiligen sich alle am Kochen und beim Abwasch. Klarschiffmachen, Deckschrubben und Segelsetzen sind stete Aufgaben, die das Leben an Bord stellt. Alle lernen aber auch das Navigieren und Steuern eines Schiffes. So trägt jeder seine Verantwortung für Schiff und Besatzung. An Bord herrschen übrigens zwei klare Regeln: 1. Das letzte Wort hat der Kapitän. 2. Die einzige Gewalten, die wir an Bord akzeptieren, sind die Naturgewalten. Ansonsten sind die Regeln auf das notwendige Minimum beschränkt. Alles soll sich im Zeitraum eines Törn konstituieren. Dabei ist klar, daß alle Regeln, auch die "kleinsten", eine akzeptable Begründung haben müssen. An Bord ist sowohl Einzelfallhilfe möglich als auch Gruppenarbeit sowie Elemente der Gemeinwesenarbeit. Unsere Methodik basiert dabei auf der Gruppenpädagogik, der themenzentrierten Interaktion, Empowermentstrategien und dem 6-Schritt-Lösungsmodell (nach Thomas Gordon). Ahoi
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